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DIE LINKE. im Bundestag

Besuch des AWO-Seniorenheims in Frontenhausen

v.l. Berta König (Pflegedienstleitung), Vanessa Aulbach (Einrichtungsleitung), Stefan Hölzl, MdB Harald Weinberg, Dennis Neubert (KV-Sprecher) v.l. Berta König (Pflegedienstleitung), Vanessa Aulbach (Einrichtungsleitung), Stefan Hölzl, MdB Harald Weinberg, Dennis Neubert (KV-Sprecher)

Das AWO Seniorenheim Frontenhausen erhielt am Montag Nachmittag, den 13.03.2017, Besuch von Harald Weinberg, der sich bei Vanessa Aulbach (Leiter der Einrichtung und Berta König (Pflegedienstleitung) über die Situation der Altenpflege im Landkreis Dingolfing informierte. Weinberg unterstrich, wie wichtig es für ihn ist, das „Raumschiff Berlin“ zu verlassen und die Auswirkungen der Gesundheitspolitik vor Ort in der Praxis zu erleben.

 

Neben einer Besichtigung der Einrichtung stand der Fachkräftemangel im Zentrum des Gesprächs. Aulbach und König schilderten, auch im Landkreis Dingolfing sei der Stellenmarkt für Pflegefachkräfte leergefegt. Angesichts des fortschreitenden demographischen Wandels sei die pflegerische Versorgung zunehmend gefährdet.  Durch den Ausbau der ambulanten Versorgungsmöglichkeiten werden in den Pflegeheimen vorwiegend schwerstkranke Menschen versorgt. Dies stelle die Pflegekräfte vor neue Herausforderungen: kurzfristige Einweisungen in das und Entlassungen aus dem Krankenhaus, zeitaufwändige Absprachen mit Haus- und Fachärzten, die  Beschaffung von Medikamenten, Hilfsmitteln und erforderlichen Verordnungen – all das stellt die Pflegekräfte vor gewaltige Herausforderungen.

 

Wer diese immer komplexere Aufgabe für die Generation der heutigen Babyboomer übernehmen soll, bereitet dabei nicht nur den beiden Praktikerinnen Sorge. Einigkeit mit Harald Weinberg bestand darin, dass langfristig nur Abhilfe durch erhebliche Investitionen in die Ausbildung und bessere Arbeitsbedingungen  für die Pflegekräfte möglich sein wird. Aus seiner Sicht ist die Bevölkerung auch bereit, die hierfür anfallenden Kosten zu tragen. Fehlende finanzielle Mittel will er als Argument nicht gelten lassen. Das Bruttoinlandsprodukt sei in den letzten Jahren erheblich stärker gestiegen als die Ausgaben für Gesundheit und Pflege. Zudem diskutiere die große Koalition aktuell über eine Verdoppelung des Miltärhaushalts. Bei bestehendem politischen Willen und mit Einführung einer Bürgerversicherung, in die auch Beamte, Abgeordnete, Selbstständige und Bezieher von Kapitaleinkünften einzahlen sollen, wären die erforderlichen Milliarden aus Weinbergs Sicht aufzubringen. Grundlage für jede Verbesserung der Situation ist für Weinberg dabei ein wissenschaftlich begründetes Verfahren zur einheitlichen Bemessung des Personalbedarfs in Pflegeeinrichtungen.

 

Trotz aller Schwierigkeiten versicherten Vanessa Aulbach und Berta König zum Abschluss, dass die Altenpflege ein schöner und sinnspendender Beruf ist. Das AWO Seniorenheim in Frontenhausen profitiere allen Widrigkeiten zum Trotz von den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern und der engen Vernetzung mit dem örtlichen Gemeinwesen.