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Neonazis und Linke prügeln sich

Harald Weinberg 03.01.2012 19:06:27 zum Artikel NN v. 3.1.2012: "Neonazis und Linke prügeln sich"

Leserbrief:
Harald Weinberg
An: "nn-leserbriefe@pressenetz.de"


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bitte um Veröffentlichung des nachstehenden Leserbriefes. Bitte leiten Sie den Brief auch weiter an die Redaktion des flz.

Nimmt man nur die Überschrift - und viele Menschen lesen nur diese - , dann entsteht der Eindruck, zwei gewaltbereite Gruppen, die einen Neonazis, die anderen Linke, sind da an einander geraten. Die alte Geschichte, die uns von unserer Staatsregierung auch immer eingebläut wird: "Linke sind wie Rechte - alles ein Pack!"
Liest man dann den Artikel, dann zeigt sich, dass es sehr wohl Täter und Opfer gegeben hat und dass es sich doch eher um einen Überfall einer Neonazi-Bande auf eine Szenekneipe gehandelt hat, von der bekannt war, dass sie eher von links gesinnten Menschen besucht wird. Also nichts mit "Links = Rechts", sondern es gibt Täter (Vermutlich Neonazis aus diversen Ecken der Republik) und Opfer (Besucher der Kneipe). Aber wie erklärt sich dann diese Überschrift? Kann es etwa sein, dass jene bayerisch-staatliche Gleichsetzungsideologie auch schon kritische Journalistenhirne vernebelt hat? Man könnte fast diesen Eindruck bekommen!

Mit freundlichen Grüßen

Harald Weinberg
Mitglied des Deutschen Bundestag
Mitglied des Landesvorstand der LINKEN.Bayern



Von: nn-leserbriefe@pressenetz.de
Datum: 4. Januar 2012 13:37:33 MEZ
An: Harald Weinberg

Betreff: Antwort: Artikel NN v. 3.1.2012: "Neonazis und Linke prügeln sich"


Sehr geehrter Herr Weinberg,

vielen Dank für Ihre Zuschrift. Die Kollegen aus der zuständigen Redaktion haben mir zu diesem Thema versichert, dass die Nachrichtenlage zum Zeitpunkt der Bearbeitung dieser Meldung nicht so eindeutig war, wie Sie es nun beschreiben. Deshalb heißt es im Vorspann "Neonazis sollen ein Lokal überfallen haben" und nicht " ... haben ein Lokal überfallen". Gesichert war dagegen die schließlich in der Überschrift gewählte Darstellung "Neonazis und Linke prügeln sich". Auch "kritische Journalistenhirne" dürfen eben dem Leser in Nachrichten keine Interpretationen unterjubeln, die durch die Fakten nicht gedeckt sind.

Ihrer Bitte um Weiterleitung der Zuschrift an die FLZ-Redaktion habe ich entsprochen. Im Leserforum der "Nürnberger Nachrichten" veröffentlichen wir grundsätzlich keine Zuschriften von Mandatsträgern, Parteien und Verbänden, weil diese Plattform dem "kleinen Mann" vorbehalten bleiben soll, der sich sonst nirgends öffentlich artikulieren kann. Eine Ausnahme ist dann gegeben, wenn Mandatsträger in einer vorangegangenen Leserzuschrift persönlich angegriffen wurden. Ganz deutlich: Dieses Prinzip gilt unabhängig von Ihrem heutigen Thema. Meine Ablehnung hat nichts mit der Kritik an unserer Redaktion zu tun, denn damit können wir umgehen (siehe oben).


Mit freundlichen Grüßen

Hans Gillitzer
Redaktion Leserforum
NÜRNBERGER NACHRICHTEN