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Schwarz-Gelb Zulassungschaos an den Hochschulen

05.02.10

Schwarz-Gelb übernimmt keine Verantwortung für das Zulassungschaos an den Hochschulen

Ein Monat nach Beginn des laufenden Wintersemesters waren noch immer über 18.000 Studienplätze nicht besetzt- trotz hoher Bewerberzahlen. Das ist ein Resultat aus dem Vorgehen der Hochschulen, die sich ihre Studenten unbedingt selber aussuchen wollen. Nun sind sie mit der Organisation völlig überfordert. Seitdem die Vergabe von Studienplätzen nicht mehr über die die ZVS, die Zentralstelle zur Vergabe von Studienplätzen, vorgenommen wird, bewerben sich viele Abiturienten an mehreren Universitäten. Durch das Fehlen einer bundesweiten Koordination, entstehen Nachrückverfahren, die sich weit bis in die Vorlesungszeit hineinziehen können. Das Zulassungschaos besteht seit Jahren. Leidtragende sind die Studierenden. Sie verpassen Lehrveranstaltungen und stoßen auch außerhalb des Campus auf diverse Probleme, z.B. bei der Wohnungssuche, da viele Bewerber erst kurzfristig Zusagen erhalten. Angesichts steigender Zulassungsbeschränkungen wie Numerus Clausus (NC) ist dieser Vorgang ein Skandal. Wer über eine Hochschulzugangsberechtigung verfügt, muss das Recht auf einen Studienplatz haben – und nicht nur das Recht auf Teilnahme an einem Auswahlverfahren.

"Das Chaos an den Hochschulen ist hausgemacht. Statt endlich für verbindliche Regelungen zu sorgen, setzt die Bundesregierung auf ineffektive Tauschbörsen und Online-Plattformen, die sich als wenig hilfreich erwiesen haben", so Nicole Gohlke, hochschulpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. Die Regierung redet sich mal wieder raus: Es heißt, CDU und FDP wollen ab Herbst 2011 eine spezielle Software einführen, die es ermöglicht, Mehrfachbewerbungen und Zulassungen abzugleichen. Zudem gibt es seit dem Wintersemester 2009 eine Tauschbörse für freigebliebene Studienplätze im Internet. Für DIE LINKE steht fest: Die geplante Online-Plattform für Studienbewerber ist datenschutzrechtlich sehr fragwürdig und definitiv kein Ersatz für ein ordentliches Hochschulzulassungsgesetz.

DIE LINKE fordert die Bundesregierung auf, aktiv zu werden und ihre Gesetzgebungskompetenzen im Bereich der Hochschulzulassung endlich wahrzunehmen. Wir brauchen dringend bundesweit einheitliche Regelungen, sonst wird sich das Chaos mit Blick auf die steigenden Zahlen an Studienbewerbern weiter verschärfen.

Die Linksfraktion zum Thema Bildung [HIER].